Montagmorgen, der erste Kundentermin: Im Heizraum wird Gasgeruch vermutet. Jetzt muss die Ursache schnell eingegrenzt werden. Am Nachmittag steht die Wartung einer Wärmepumpe an. Wieder geht es um eine mögliche Leckage – diesmal allerdings im Kältemittelkreislauf.
Beide Aufgaben klingen ähnlich. An das verwendete Lecksuchgerät stellen sie jedoch unterschiedliche Anforderungen. Genau hier setzen das testo 513, das testo 514 und das testo 515 Ex an.
Die drei neuen Geräte sind für unterschiedliche Einsatzbereiche ausgelegt: für die Suche nach brennbaren Gasen, für die Kältemittel-Lecksuche und für kombinierte Anwendungen in explosionsgefährdeten Bereichen.
Wir zeigen, worin sich die Modelle unterscheiden und welches Gasspürgerät oder Kältemittel-Lecksuchgerät zu Ihren täglichen Aufgaben passt.
Inhalt
- testo 513 für brennbare Gase
- testo 514 für Kältemittel
- testo 515 Ex für Gas, Kältemittel und Zone 2
- Die Geräte im Vergleich
- Welches Gerät passt zu welcher Anwendung?
- Häufig gestellte Fragen
testo 513: Wenn es um Erdgas oder Formiergas geht
Bei der Wartung einer Gasheizung oder der Kontrolle einer Gasleitung zählt vor allem eines: Die mögliche Leckstelle muss zuverlässig lokalisiert werden.
Das testo 513 Gaslecksuchgerät wurde für die Erkennung brennbarer Gase an Gasheizkesseln in Wohn- und Industriegebäuden sowie an vergleichbaren Anlagen entwickelt. Es erkennt:
- Methan
- Propan
- Butan
- Wasserstoff beziehungsweise Formiergas
Die Messwerte können in ppm, Vol.-% und % UEG angezeigt werden. Für die Lecksuche stehen eine numerische Anzeige und ein Säulendiagramm zur Verfügung.
Was bedeutet das für den Monteur?
Messstellen liegen nicht immer frei zugänglich vor dem Techniker. Armaturen, Verschraubungen und Leitungsabschnitte befinden sich häufig hinter Bauteilen oder in engen Bereichen. Der flexible Schwanenhals des testo 513 erleichtert es, solche Stellen mit dem Sensor zu erreichen.
Die automatische Nullstellung unterstützt dabei, eine Leckstelle präzise einzugrenzen. Bei Bedarf kann die Nullstellung auch manuell angepasst werden. Die Reaktions- und Erholungszeit liegt laut Datenblatt bei weniger als zwei Sekunden.
Der Gassensor ist durch den Anwender austauschbar. Das ist insbesondere dann praktisch, wenn das Gerät regelmäßig im Kundendienst eingesetzt wird und ein notwendiger Sensorwechsel nicht zu einer längeren Unterbrechung führen soll.
Für welche Arbeiten ist das testo 513 vorgesehen?
Das testo 513 ist für Arbeiten an Gasheizkesseln, Gasleitungen und vergleichbaren Anlagen vorgesehen, wenn Methan, Propan, Butan oder Wasserstoff erkannt werden sollen.
Weitere Geräte für die professionelle Gaslecksuche finden Sie in unserer Kategorie Gasspürgeräte für Heizung und Gasinstallation .
testo 514: Lecksuche an Wärmepumpen, Klima- und Kälteanlagen
Bei einer Wärmepumpe oder Klimaanlage wird nicht nach Erdgas gesucht. Hier muss das Lecksuchgerät die im Kältemittelkreislauf eingesetzten Kältemittel erkennen können.
Das testo 514 Kältemittel-Lecksuchgerät wurde für Kälte- und Klimaanlagen entwickelt. Laut Datenblatt erkennt es Kältemittel aus folgenden Gruppen:
- HFCKW
- FCKW
- HFO
- HCFO
- HC, einschließlich R290
- Kältemittelgemische
Eine Kältemittelcharakteristik muss vor der Messung nicht ausgewählt werden. Das Gerät ist nach dem Einschalten direkt einsatzbereit.
Was bedeutet das für den Monteur?
Im Service entfällt damit die vorherige Auswahl des jeweiligen Kältemittels. Der Techniker kann direkt mit der Lecksuche beginnen. Der flexible Schwanenhals hilft auch hier, schwer erreichbare Verbindungen und Bauteile zu kontrollieren.
Das testo 514 besitzt eine Empfindlichkeit von bis zu 3 g/a und eine Reaktionszeit von weniger als zwei Sekunden. Der erkannte Messwert wird in ppm ausgegeben. Für die Anzeige stehen ein numerischer Modus und ein Säulendiagramm zur Verfügung.
Laut Hersteller wurde das testo 514 gemäß DIN EN 14624 für Kälte- und Klimaanlagen geprüft und erfüllt die Anforderungen der EU-F-Gase-Verordnung.
Auch der Kältemittelsensor des testo 514 kann durch den Anwender ausgetauscht werden.
Für welche Arbeiten ist das testo 514 vorgesehen?
Das testo 514 ist für die Lecksuche an Kälte- und Klimaanlagen ausgelegt. Dazu zählen auch Wärmepumpen, sofern das eingesetzte Kältemittel zu den im Datenblatt aufgeführten Kältemittelgruppen gehört.
Weitere passende Geräte finden Sie unter Lecksuchgeräte für Kälte- und Klimatechnik .
testo 515 Ex: Ein Lecksuchgerät für zwei Einsatzbereiche
Nicht jeder Betrieb arbeitet ausschließlich an Heizungsanlagen oder ausschließlich in der Kältetechnik. Gerade im industriellen Service können sich die Anforderungen von Auftrag zu Auftrag ändern.
Das testo 515 Ex Kombi-Lecksuchgerät kann mit austauschbaren Sensoren sowohl brennbare Gase als auch Kältemittel erkennen. Für die Gaslecksuche werden Methan, Propan, Butan und Wasserstoff unterstützt. Bei der Kältemittel-Lecksuche erkennt das Gerät HFCKW, FCKW, HFO, HCFO, HC einschließlich R290 sowie Gemische.
Was bedeutet das für den Monteur?
Durch den Sensorwechsel lässt sich dasselbe Grundgerät für zwei verschiedene Messaufgaben verwenden. Entscheidend ist, welcher Sensor eingesetzt wird.
Das testo 515 Ex erkennt Leckraten bis zu 1 g/a. Die Reaktionszeit liegt laut Datenblatt bei weniger als zwei Sekunden. Erkennt das Gerät eine Leckage, warnt es optisch, akustisch und durch Vibration.
Auf dem Farbdisplay kann der Messwert numerisch, als Säulendiagramm oder als Trendkurve dargestellt werden. Die Trendansicht unterstützt dabei, den Verlauf der gemessenen Konzentration nachzuvollziehen und die Leckstelle genauer einzugrenzen.
ATEX-Zulassung für Zone 2
Das testo 515 Ex ist für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen der Zone 2 zugelassen. Im Datenblatt werden die Zertifizierungen ATEX/UL CSA 60079-0 und UL/CSA 60079-11 aufgeführt.
Das Gerät wird in drei Varianten angeboten:
- mit Gassensor
- mit Kältemittelsensor
- mit Gas- und Kältemittelsensor
Für welche Arbeiten ist das testo 515 Ex vorgesehen?
Das testo 515 Ex ist für Anwender interessant, die sowohl brennbare Gase als auch Kältemittel erkennen müssen oder ein entsprechend zugelassenes Lecksuchgerät für Zone-2-Bereiche benötigen.
Je nach Anwendung finden Sie passende Geräte in den Bereichen Gasspürgeräte und Lecksuchgeräte für Kältetechnik .
testo 513, testo 514 und testo 515 Ex im Vergleich
| Merkmal | testo 513 | testo 514 | testo 515 Ex |
|---|---|---|---|
| Brennbare Gase | Ja | Nein | Ja, mit Gassensor |
| Kältemittel | Nein | Ja | Ja, mit Kältemittelsensor |
| Wasserstoff / Formiergas | Ja | Nein | Ja, mit Gassensor |
| Empfindlichkeit | bis 3 g/a | bis 3 g/a | bis 1 g/a |
| Reaktionszeit | unter 2 Sekunden | unter 2 Sekunden | unter 2 Sekunden |
| Austauschbarer Sensor | Ja | Ja | Ja |
| ATEX Zone 2 | Nein | Nein | Ja |
| Anzeige | Numerisch und Säulendiagramm | Numerisch und Säulendiagramm | Numerisch, Säulendiagramm und Trendkurve |
| Alarmierung | Optisch und akustisch | Optisch und akustisch | Optisch, akustisch und Vibration |
| Energieversorgung | 3 AA-Batterien | 3 AA-Batterien | Wiederaufladbarer Lithium-Ionen-Akku |
Welches Lecksuchgerät passt zu Ihrer Anwendung?
Die Auswahl richtet sich in erster Linie danach, welche Medien Sie erkennen müssen und in welcher Umgebung das Gerät eingesetzt wird.
Sie arbeiten an Gasheizungen und Gasleitungen?
Dann ist das testo 513 für diese Aufgabe ausgelegt. Es erkennt Methan, Propan, Butan und Wasserstoff.
Sie warten Wärmepumpen, Klima- oder Kälteanlagen?
Für die Kältemittel-Lecksuche wurde das testo 514 entwickelt. Es erkennt die im Datenblatt aufgeführten gängigen Kältemittelgruppen einschließlich HC und R290.
Sie benötigen beide Anwendungen oder arbeiten in Zone 2?
Das testo 515 Ex kann abhängig vom eingesetzten Sensor brennbare Gase oder Kältemittel erkennen. Zusätzlich besitzt es eine ATEX-Zulassung für explosionsgefährdete Bereiche der Zone 2.
Unser Fazit
Mit dem testo 513, testo 514 und testo 515 Ex stehen drei klar voneinander abgegrenzte Lösungen zur Verfügung.
Das testo 513 ist auf brennbare Gase und Formiergas ausgerichtet. Das testo 514 übernimmt die Lecksuche an Kältemittelkreisläufen. Das testo 515 Ex verbindet beide Anwendungen durch wechselbare Sensoren und ergänzt sie um die Zulassung für Zone-2-Bereiche.
Für die Auswahl ist deshalb nicht entscheidend, welches Modell die meisten Funktionen bietet. Entscheidend ist, welches Gerät zu den Anlagen und Messaufgaben in Ihrem Arbeitsalltag passt.
Eine Übersicht geeigneter Geräte finden Sie bei Kleinschmidt in den Kategorien Gasspürgeräte und Lecksuchgeräte für Kältetechnik .
Häufig gestellte Fragen zu den neuen testo Lecksuchgeräten
Welches Gaslecksuchgerät eignet sich für Heizungsanlagen?
Das testo 513 wurde für die Erkennung brennbarer Gase an Gasheizkesseln in Wohn- und Industriegebäuden sowie an vergleichbaren Anlagen entwickelt. Es erkennt Methan, Propan, Butan und Wasserstoff.
Welches Lecksuchgerät erkennt Formiergas?
Das testo 513 und das testo 515 Ex erkennen Wasserstoff, der im Herstellerdatenblatt als Formiergas aufgeführt wird. Beim testo 515 Ex muss dafür der Gassensor eingesetzt werden.
Welches Kältemittel-Lecksuchgerät erfüllt die F-Gase-Verordnung?
Laut Hersteller erfüllt das testo 514 die Anforderungen der EU-F-Gase-Verordnung. Das Gerät wurde außerdem gemäß DIN EN 14624 für Kälte- und Klimaanlagen geprüft.
Was ist der Unterschied zwischen testo 513, testo 514 und testo 515 Ex?
Das testo 513 erkennt brennbare Gase und Wasserstoff. Das testo 514 wurde für die Erkennung gängiger Kältemittel entwickelt. Das testo 515 Ex kann abhängig vom eingesetzten Sensor sowohl brennbare Gase als auch Kältemittel erkennen und besitzt zusätzlich eine ATEX-Zulassung für Zone 2.
Welches ATEX-Lecksuchgerät empfiehlt sich für Zone-2-Bereiche?
Von den drei vorgestellten Geräten ist das testo 515 Ex für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen der Zone 2 zugelassen.
Welches Lecksuchgerät eignet sich für Wärmepumpen?
Für die Kältemittel-Lecksuche an einer Wärmepumpe kommt das testo 514 infrage, sofern das verwendete Kältemittel zu den im Datenblatt genannten Gruppen gehört. Das testo 515 Ex kann mit eingesetztem Kältemittelsensor ebenfalls diese Kältemittelgruppen erkennen.
Welche Gase erkennt das testo 513?
Das testo 513 erkennt Methan, Propan, Butan und Wasserstoff beziehungsweise Formiergas. Die Messwerte können in ppm, Vol.-% und % UEG angezeigt werden.
Welche Kältemittel erkennt das testo 514?
Das testo 514 erkennt laut Datenblatt HFCKW, FCKW, HFO, HCFO, Kohlenwasserstoffe wie R290 sowie Kältemittelgemische.
Ist das testo 515 Ex für explosionsgefährdete Bereiche geeignet?
Ja. Das testo 515 Ex besitzt laut Datenblatt eine ATEX-Zulassung für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen der Zone 2.
Können die Sensoren der Geräte ausgetauscht werden?
Ja. Die Sensoren des testo 513 und testo 514 können durch den Anwender ausgetauscht werden. Beim testo 515 Ex ermöglichen austauschbare Gas- und Kältemittelsensoren den Wechsel zwischen den beiden Detektionsaufgaben.
